ARCHIV
 

JÜRGEN PARTENHEIMER
DAS ARCHIV − LE BOULEAU VOLANT

22. FEBRUAR − 25. MAI 2014 IN DER SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG


Jürgen Partenheimer (geboren 1947 in München) verbindet in seiner künstlerischen Formulierung konstruktive Elemente der Minimal Art mit lyrischer Intensität. Als Repräsentant einer subjektiven Abstraktion zählt er zu den bedeutenden deutschen Künstlern der Gegenwart.

»Das Archiv« als physisches und psychisches »Lager« des Künstlers verknüpft Erinnerung und Gegenwart, individuelles und kulturelles Gedächtnis. Die Ausstellung Le bouleau volant (Das Archiv) in den Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg steht im Zusammenhang einer offenen Kooperation mit der Pinakothek der Moderne in München, dem Gemeentemuseum Den Haag und der Contemporary Art Gallery, Vancouver. 2014 finden an allen vier Orten Ausstellungen mit orts- und raumbezogenen Installationskonzepten statt.

Der Werkgruppe Le bouleau volant in der Sammlung Falckenberg kommt im Zusammenhang der Ausstellungen „Das Archiv“ besondere Bedeutung zu. Sie entstand 1979 und umfasst 79 Arbeiten auf DIN-A4-Papier: Zeichnungen, Collagen, Malerei, Notizen und einen Text. Als gesellschaftskritischer Beitrag zur Stil-Freiheit der Kunst richtet sich le bouleau volant  insbesondere mit einem ironischen Text gegen das Diktat bürgerlicher Ästhetik und den kommerziellen Mainstream des Kunstmarktes. Ihr bewusster Stilpluralsimus erscheint in spielerisch kritischer Distanz.

1980 war die Werkgruppe der Beitrag Jürgen Partenheimers für die Teilnahme an der XI. Biennale de Paris. Im selben Jahr wurde das Werk in einer Auswahl der Biennale in der SCC Gallery in Belgrad und dem Centre National d’Art Contemporain – Villa Arson in Nizza ausgestellt sowie 1981 in der Galeria Nacional de Arte Moderna in Lissabon und dem Sara Hildén Art Museum in Tampere. Seitdem ruhte das Konvolut in einer Schachtel im Archiv des Künstlers und wurde in den vergangenen 32 Jahren nicht ausgestellt.

Das Konvolut der 79 Blätter besteht nicht aus Einzelblättern mit singulärer Bedeutung, sondern erscheint vielmehr wie eine Text- oder Stoffsammlung, deren einzelne Teile nur in Zusammenhängen erfahrbar und miteinander verbunden sind. Wie ein Kaleidoskop fügen sich die einzelnen Teile in unmittelbar beliebigen Korrespondenzen und in gewünschten oder zufälligen Konstellationen zu einem Bild.

Zu den Ausstellungen ist ein Buch erschienen, das die verschiedenen Aspekte des Werkes von Jürgen Partenheimer in ihrer bemerkenswerten künstlerischen und theoretischen Qualität kommentiert und integriert. Der Einladung, sich an dieser Publikation mit Textbeiträgen zu beteiligen, folgten internationale Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen wie Anne Carson, Lebogang Mashile, Carla Schulz-Hoffmann, Antje von Graevenitz, John Burnside, Oswald Egger und Rudi Fuchs.

ERÖFFNUNG

Die Ausstellung wird im Rahmen der PHILIP GUSTON-Eröffnung am 21. Februar 2014 ab 19 Uhr in der Sammlung Falckenberg vorgestellt.

KATALOG

Jürgen Partenheimer. Das Archiv. 366 S., 172 Abb., dt./engl. Distanz Verlag, 49.90 Euro.