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FRITZ SCHUMACHER UND SEINE ZEIT


20. MAI BIS 17. JULI 1994

Konzeption: Prof. Hartmut Frank, Hochschule für Bildende Künste, Hamburg

Im Rahmen des Hamburger Architektursommers zeigen die Deichtorhallen erstmals das Gesamtwerk des Stadtplaners und Architekten Fritz Schumacher (1869-1947). Im Zentrum der rund 700 Leihgaben umfassenden Ausstellung steht das Gesamtwerk Fritz Schumachers, das mit Arbeiten anderer Architekten und Stadtplaner aus Europa und Nordamerika sowie mit der Kunst seiner Zeit thematisch in Beziehung gesetzt wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seinem Gedanken, die Großstadt als soziales "Gesamtkunstwerk" zu verstehen: Seine Stadt sollte Arbeiten, Wohnen und Erholen harmonisch in einer räumlichen Einheit zusammenfügen.

Wie kaum ein zweiter deutscher Architekt bestimmte Fritz Schumacher die Debatten um die Reform der Großstadt und des Wohnungswesens. Seine von der Philosophie Nietzsches beeinflusste ästhetische Lösung für die Probleme der sich rasch entwickelnden modernen Großstädte folgte der Vorstellung von der Einheit der Künste, wie sie auch der von ihm mit- begründete Deutsche Werkbund vertrat.

Diese Grundidee lässt sich in Hamburg exemplarisch an seinen Konzepten zur Stadtplanung, zum Wohnungsbau und zum Stadtpark ablesen. Hamburg war für Schumacher nach Dresden und Köln die Hauptwirkungsstätte. In der Hansestadt leitete er von 1909 bis 1933 das Hochbauamt. Neben der Durchsetzung des für Hamburg so typischen roten Backsteins als Baumaterial, ist es vor allem seine moderne Stadtplanung, die das Gesicht der Hansestadt heute prägt. Von den rund 200 Bauten Schumachers in Hamburg zählen die Finanzbehörde am Gänsemarkt, die Kunsthochschule sowie der Stadtpark zu den bedeutendsten.

Anläßlich der Ausstellung erscheint im Verlag Hatje, Stuttgart, die umfangreiche Publikation "Fritz Schumacher: Reformkultur und Moderne". Sie umfasst 312 Seiten, enthält 393 s/w- und 46 farbige Abbildungen und wird in der Ausstellung zum Preis von DM 48,- erhältlich sein. Dazu wird kostenlos ein vollständiges Exponatenverzeichnis mit einer Kurzbeschreibung der Ausstellung abgegeben.

Die Ausstellung wird gefördert von: Hamburgische Kulturstiftung; iGuzzini-Architekturbeleuchtung; Körberstiftung; Helge Schmid-Elektrotechnik/Lichtgestaltung.